EU-Stahlzölle bleiben moderat – Kommt jetzt die Rückkehr der Importe?
Der Spotpreis für warmgewalzten Stahl steigt auf 630 Euro pro Tonne, den höchsten Stand seit Juli 2024. Marktteilnehmer diskutieren die jüngsten Anpassungen der Schutzmaßnahmen der EU-Kommission und deren Auswirkungen auf den Stahlhandel. Während einige die Preiserhöhung als kurzlebig einstufen, erwarten andere eine stabilere Preisentwicklung.
Ein deutscher Käufer bemerkte gegenüber Fastmarkets, dass die Maßnahmen weniger streng ausfallen als erwartet. Dadurch könnten die Importe stabil bleiben, zumal der schwächere Dollar gegenüber dem Euro den Einkauf außerhalb der EU begünstige.
Stahlhersteller begrüßten die Anpassungen der Schutzmaßnahmen, während Importeure und Händler enttäuscht seien, berichtet S&P Global. Besonders die reduzierten Quoten und strengeren Regeln für Übertragsmengen würden bei den Importeuren auf Kritik stoßen.
Die EU-Kommission verfolgt mit ihrem Plan einen ausgewogenen Ansatz. Die Schutzmaßnahmen werden verstärkt, ohne die Zölle drastisch anzuheben. Europäische Produzenten profitieren von reduzierten Importkontingenten, doch der EU-Stahlmarkt bleibt offen genug für Importe, um Handelsströme nicht völlig einzuschränken.
Damit dürfte die EU-Kommission auch die Wettbewerbsfähigkeit im Auge haben. Eine zu drastische Abschottung von Stahlimporten würde nicht zuletzt die Innovationskraft der EU-Stahlhersteller beeinträchtigen. Die zurückgefallene US-Stahlindustrie ist hier ein mahnendes Beispiel.