Warmbandpreis setzt Anstieg auf 639 Euro/Tonne fort
Die Preise für europäisches Warmband (5mm x 1200-1500mm) setzen ihren Aufwärtstrend fort. Am 24. März 2025 erreichten sie laut Steel Benchmarker 639 Euro pro Tonne, nachdem sie am 23. September 2024 bei 540 Euro ihren Tiefpunkt hatten. Dies entspricht einem Anstieg von 18,3 %,
Warum steigen die Warmbandpreise?
Mehrere Faktoren tragen zur aktuellen Preisentwicklung bei. Zum einen führt die anziehende Nachfrage nach „Made in Germany“-Produkten zu einem Anstieg der Industrieproduktion. Im März 2025 wurde erstmals seit März 2022 ein moderates Auftragsplus verzeichnet. Besonders die Lageraufstockung auf Kundenseite treibt die Binnennachfrage.
Zum anderen bleibt das Angebot begrenzt. Störungen in europäischen Stahlwerken und eine geringere Nachfrage nach Importen aufgrund der verschärften Safeguards haben das Angebot verknappt. Die Stahlwerke in Nordeuropa sind für Mai weitgehend ausgebucht, und nur geringe Mengen sind für Juni verfügbar.
Auswirkungen auf die Automobilbranche
Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, ab dem 3. April 2025 eine 25-prozentige Einfuhrzoll auf ausländische Autos und Lkw zu erheben, erhöht den Druck auf die Automobilbranche.
Um diese Zölle zu umgehen, hat Hyundai beschlossen, 5,8 Milliarden US-Dollar in ein neues Stahlwerk in Louisiana zu investieren. Das Werk wird eine Jahreskapazität von 2,7 Millionen Tonnen haben und soll bis 2029 in Betrieb gehen. Hyundai will damit die eigene Stahlversorgung für die US-Produktion sichern.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Die steigenden Stahlpreise und protektionistische Maßnahmen der USA haben weitreichende Folgen für die europäische Industrie. Die Kombination aus höherer Nachfrage, begrenztem Angebot und geopolitischen Unsicherheiten könnte die Preise weiter in die Höhe treiben.
Die Vertreter der Stahlhersteller erwarten daher eine Fortsetzung des Aufwärtstrends in den kommenden Monaten. Allerdings gibt es auch skeptische Stimmen: Ein deutscher Händler sagte gegenüber Fastmarkets, dass er keinen signifikanten Preisanstieg für möglich hält, da die europäische Wirtschaft weiterhin schwach performt.